Trauriger Schaden in der Unfallversicherung – wenn Arbeitskraftabsicherung nicht mehr möglich ist

Heute erreichte uns die Schlusszahlung eines Unfallversicherers in Höhe von 57.000€. Für manche mag dieser Beitrag sicherlich (zu recht) ein Grund zu feiern sein. Uns stimmte das leider etwas traurig.
Wie der Schaden zustande kam, möchten wir hier gerne berichten: Unser Kunde kam 2016 in unser Haus und unterzeichnete einen Maklervertrag. Damit betreuten wir ab diesem Zeitpunkt sämtliche Versicherungen. Dazu gehörte auch eine Unfallversicherung aus dem Jahr 2004. Dieser wurde zunächst bei der AXA abgeschlossen und später – nach der Kündigung durch AXA – von HDI zu gleichen Konditionen übernommen. Unser Kunde ist selbstständiger Fleischermeister und leitet einen Betrieb mit 6 Verkäuferinnen. Er ist alleiniger Schlachter, kein anderer Mitarbeiter im Betrieb kann diese Tätigkeiten ausführen. 2015 erlitt unser Kunde einen Unfall, bei dem er von einer Leiter fiel und sich einen Rückenwirbel brach. Für ihn ein schwerer Schlag und für uns verbaute dies jegliche Möglichkeiten, unseren Kunden richtig für den Fall der Berufsunfähigkeit abzusichern. Durch diesen Unfall war er so stark vorgeschädigt, dass kein Anbieter mehr hier tätig werden wollte.
HDI selbst erhöhte die Versicherungssummen nicht, da andernfalls erneut Gesundheitsfragen nötig wären. Somit blieb für uns, dass wir das beste aus einem beschissenen (!Sorry!) Fall machen. Nun ist es wichtig zu wissen, dass die Unfallversicherung erst dann eine größere Geldsumme leistet, wenn ein Invaliditätsgrad bekannt ist und dauerhafte Beschädigungen bleiben. Herr X konnte sich nur noch schwerlich bewegen, konnte nicht mehr schwer tragen und musste seinem Beruf bei der Verarbeitung von Lebensmitteln weiter nachgehen.
Bis Ende 2018 musste er sich mehreren Operationen am Rücken unterziehen. Zwar konnten Teile des kaputten Rückenwirbel zusammen gesetzt werden, der Rücken selbst blieb jedoch steif und verursachte bei längerem Stehen starke Schmerzen. HDI wollte hier zunächst 30% Invalidität anerkennen. Das war im September 2019. Für uns und natürlich für unseren Kunden nicht hinnehmbar. Nochmal zum auf der Zunge zergehen lassen: Er hat sich einen Rückenwirbel gebrochen, kann nicht mehr lange stehen und ist zum Teil bewegungseingeschränkt. Wir belegten zunächst unsere Gründe für eine höhere Invalidität und schickten diese samt einem neuen Attest eines Spezialisten aus Elsterwerda zur HDI. Wir rechneten zwar mit einer Ablehnung und anschließender Klage über die Rechtsschutzversicherung, doch HDI erkannte unsere Argumente ohne weitere Prüfung an und legte die Invalidität auf 60% fest, so dass unser Kunde dieser Einigung zustimmte.
Die Überweisung der 57.000€ erfolgte innerhalb der nächsten Tage. Warum uns dies dennoch traurig macht? Die Unfallversicherung ist kein Ersatz, wenn man nicht mehr arbeiten kann. Zwar wird eine größere Summe wie in diesem Fall fällig, jedoch soll das Geld für andere Zwecke genutzt werden können. Beispiele wären hier Umbauten am Haus durch einen Treppenlift oder ein Umbau der Eingangsstufen, so dass die Treppen im Haus leichter zu bewältigen sind. Eine Absicherung durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder zumindest einem alternativen Produkt hätten hier eine Rente ermöglicht.

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